Karfreitag

Am Karfreitag wird immer viel davon geredet, dass Jesus am Kreuz gestorben ist. Warum hat Gott dem Jesus nicht geholfen? Er war doch sein Vater. Warum hat er ihn leiden lassen? Ich versteh das nicht.


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Ja, das ist nicht leicht zu verstehen. Ich hab als Kind auch so gefragt wie du.

Meine Oma hat mir damals gesagt: Weißt du, Gott wollte uns Menschen einen Freund geben, der uns richtig versteht; der nicht nur die lustigen Seiten unseres Lebens kennt, sondern der auch weiß, was Schmerzen sind, der weiß, wie weh das tut, wenn man verspottet wird, wenn einen jemand schlägt oder sogar umbringt. Jesus wollte für uns dieser Freund sein. Darum hat Gott das zugelassen, was am Kreuz passiert ist.

Am Karfreitag denken wir ganz besonders daran, dass Jesus das Leid aller Menschen kennt. Er steht immer an unserer Seite, auch dann, wenn wir einmal sterben müssen.
Er hat uns aber auch gesagt, dass Gott stärker ist als der Tod und dass Gott einmal alles, was uns jetzt weh tut, zum Guten wenden wird.

Karfreitag (von Dr. Herbert Messner)

Was geschieht: Zur Todesstunde Jesu werden wir still. Und auch der Gottesdienst, der an diesem Tag nie als Messe gefeiert wird, beginnt mit einer schweigenden Gedenkminute. Im Wortgottesdienst steht uns Jesus als für andere leidender Gottesknecht, als Fürbitter am Kreuz und als durch Leiden verherrlichter Gottessohn vor Augen. Unser fürbittendes Gebet ist intensiver als sonst, schließt die ganze Welt und die ganze Kirche ein. In der Kreuzverehrung kommen wir dem Gekreuzigten ganz nahe. In der Kniebeuge machen wir uns klein vor ihm; gleichzeitig schauen wir vertrauensvoll zu ihm auf.


Was wir mitnehmen: Das Fasten als Bereitschaft zum Verzicht oder zur notwendigen Beschränkung. Das Zeichen des Kreuzes, das auch in unseren Häusern und in der Öffentlichkeit nicht fehlen soll. Die Worte eines leidenden Liebenden am Kreuz.

Link: Lesungen, Passion

 

aus Bleibet bei mir und wachet mit mir (Sonntagsblattserie)

Der Karfreitag

Der Karfreitag ist kein öffentlicher Feiertag, er ist für die meisten Menschen Werktag, Alltag oder Ferientag. Stirbt Jesus unbemerkt oder unbeachtet, wie so viele Opfer unserer gewaltbereiten Welt, aber auch immer mehr Zurückgezogene in ihren Wohnungen?

Auch außerhalb der Liturgie können wir am Karfreitag am Sterben des Erlösers Anteil nehmen: indem wir fasten und indem wir um 15 Uhr, zur Todesstunde Jesu, eine stille Gedenkminute halten. Die Glocken sind verstummt, die Ratschen sind an ihre Stelle getreten. Die Kirche feiert am Karfreitag und am Karsamstag keine Messe. Und doch versammelt sie sich zu einer intensiven gottesdienstlichen Feier, entweder am Nachmittag zur Todesstunde Jesu oder am Abend.

Mit einer stillen Gedenkminute beginnt der Karfreitagsgottesdienst. Priester und Diakone strecken sich wie an ihrem Weihetag flach am Boden aus, die anderen knien.

Der Karfreitagsgottesdienst besteht aus einer Wortfeier, einer Kreuzfeier und einer Kommunionfeier. Die Lesungen stellen uns den „leidenden Gottesknecht“ und den bis zum Tod am Kreuz den Willen des Vaters erfüllenden Jesus vor Augen. Die Leidensgeschichte wird aus dem Johannes-Evangelium genommen; sie schildert die Kreuzigung wie die Inthronisation des wahren Königs der Welt. In besonderen Fürbitten übt die Kirche ihren Dienst der Solidarität mit der Welt aus, auch mit den Leidenden und Verfolgten, in denen uns der Gekreuzigte begegnet.

Im zweiten Teil wird das Kreuz enthüllt als „Denkmal seiner Leiden“. Alle kommen nach vor und verehren das Kreuz durch eine Kniebeuge, mit Gesängen und mancherorts mit Blumen. Wir schauen auf zum Gekreuzigten: zu seinen Verwundungen, zu seinem offenen Herzen und zu seinen ausgebreiteten Armen, die Gottes Liebe zu uns zeigen.

Den Leib des Gekreuzigten können wir in einer schlichten Kommunionfeier empfangen. Es würde aber auch Sinn machen, an diesem Tag eucharistisch zu fasten und bewusst keine Kommunion zu spenden.




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